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TSV Schlachters fährt ersten Saisonsieg in Lindau ein

 

TSV Schlachters fährt ersten Saisonsieg in der Kreisliga A bei der Spvgg Lindau ein
Spvgg Lindau-TSV Schlachters
Die A-Liga-Saison hat am Samstag mit zwei Bayern-Derbys begonnen: Spvgg Lindau gegen TSV Schlachters geriet zu einem ersten Höhepunkt.Sieben Tore erfreuten die Zuschauer und bescherten den Trainern eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Am Ende siegte der TSV Schlachters mit 4:3.

Schnelle Antworten scheinen die Spezialität des TSV Schlachters zu sein. Der A-Liga-Aufsteiger demonstrierte bei seinem Einstand am Samstag, dass er sich von Gegentoren nicht schocken lässt. Ganz im Gegenteil: Gleich zweimal reagierte die Schmid-Elf perfekt auf Lindauer Treffer. Jeweils eine Minute nach dem Lindauer Ausgleich stellte der TSV in der zweiten Hälfte die alte Ein-Tore-Führung wieder her.

In der 84. Minute führte das am Samstag zur Entscheidung. Kurz zuvor war Florian Boss freistehend an Lindaus Keeper Ali Inan gescheitert, im direkten Gegenzug hatte die Spvgg durch den an diesem Tag bestens aufgelegten Daniel Rupflin zum 3:3 ausgeglichen. Doch nur Sekunden nach dem Anstoß tauchte Schlachters Stürmer Boss - in exakt identischer Position wie zuvor — noch einmal vor Ali Inan auf und blieb beim zweiten Mal cool. Siegtreffer für den Aufsteiger, bei dem sich alle in den Armen lagen.

Größer konnte der Kontrast zum Lindauer Jubel über den Ausgleich kaum sein. Nach Daniel Rupflins Treffer hatten sich die Lindauer im großen Haufen auf ihren Torjäger Rupflin geworfen. Nach dem 3:4 tanzten die Gäste um Torschütze Boss und Daniel Schmid, der die Arme weit ausgebreitet hatte. “Seht her, wie wir auf euer Tor reagieren”, schien Schlachters’ Trainer, der sich kurz zuvor selbst eingewechselt hatte, sagen zu wollen.

Als Schiedsrichter Andreas Hessok die Partie abpfiff, konnten die Lindauer es kaum glauben. Konsterniert lagen sie auf dem Boden, ihr Gesicht unter den Händen vergraben, getröstet von den Spielern des Aufsteigers. Zumindest offensiv muss sich die Spvgg nichts vorwerfen lassen. Die Tore zum 1:1 und 2:2 waren mal mit Geschick, mal mit Glück herausgespielt und jeweils sicher verwandelt. Aber auch die Gäste zeigten eine starke Leistung. Schlachters störte den Lindauer Spielaufbau früh, profitierte von seinen schnellen Stürmern Fabian Fäßler und Florian Boss.

Die Partie hätte anders ausgehen können, hätte nicht Lindaus Kapitän Alexander Gührer den Ball zum 2:3 ins eigene Tor geköpft. Danach bekam Schlachters Aufwind, drückte gegen die sich tapfer wehrende Lindauer Abwehr. Bei der Spvgg war der Egoismus am Ball manchmal ein Stück zu groß, sonst hätten sich die Gastgeber mehr Chancen herausgespielt. Schön anzusehen war das Derby dennoch; sieben Tore bereiteten den Fans viel Freude.

Den Trainern der beiden A-Ligisten erging es in ihren ersten 90 Minuten A-Liga anders: “In der zweiten Halbzeit waren wir vogelwild”, kommentierte Lindaus Helmut Stegmaier und meinte damit unter anderem die stürmischen Angriffsbemühungen. Die Gegentore, sagte Stegmaier, habe Lindau im “psychologisch schlechtesten Moment” kassiert; letztlich sei die Spvgg an der “größeren Routine und den gefährlicheren Angreifern” der Gäste gescheitert. Daniel Schmid vom TSV fand, die Lindauer hätten “im Angriff nicht viel gemacht, sondern von unseren Geschenken gelebt”. Die erste Halbzeit seiner Elf nannte Schmid “weltklasse”, nach Seitenwechsel sei die Kraft ausgegangen. Für Schlachters war es dennoch ein toller A-Liga-Aufakt, und Lindau muss sich trotz der schmerzlichen Niederlage nicht schämen.

TSV Schlachters:
Moser - Göhl, Ganal (60.Böck), Fechtig, Herpich - Friedrich, Moch (78.Schmid), Schneider (70.Kollmuß), Bayer - Boss, Fäßler

Die Tore:
1:0 Schneider (17.)
1:1  Skoric (31.)
2:1 Schneider (44.)
2:2 Rupflin (46.)
3:2 Gührer (ET 47.)
3:3 Rupflin (83.)
4:3 Boss (84.)

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